Landsee          
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Mida Huber:

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Mida Huber

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Mida Huber-Haus: Das „Mida-Huber-Haus“ ist das als Museum geführte Wohnhaus der Heimatdichterin Mida Huber. Es hat keine fixen Öffnungszeiten. Bei Interesse bitte um Kontaktaufnahme mit Ortsvorsteher Karl Renner (02618 / 7234) oder Elisabeth Schütz (0664 / 798 13 16).
Besichtigung/Führung nur nach Anmeldung, Eintrittspreise € 1,50 für Erwachsene bzw. € 1,-- für Kinder /Jugendliche (6-18 Jahre)
Führungen: „Landsee“: Steinmuseum, Mida-Huber-Haus, Pfarrkirche, Burgruine, Kleinode entlang des Weges; Führung (rund 3 Stunden) € 7,-- und zusätzlich Eintrittspreis für die Burgruine (Mindestgebühr € 75,--)
„Mida Huber – Haus“: Führung durch das Haus, kurze Lesung, Originalstimme (rund 40 Minuten), Mindestgebühr € 15,--
Sonderführungen (angepasst an besondere Interessen), sind jederzeit nach Vereinbarung möglich.

Biographie von Klara Köttner-Benigni

Mida Huber Haus in Landsee

Mida Huber wurde am 8. April 1880 im Schloss Lackenbach als älteste der acht Kinder eines fürstlichen Forstbeamten geboren. Schon in ihren frühen Kinderjahren zeigte sich die Freude am Lernen: Sie erlangte, kaum fünfjährig, die Erlaubnis, vorzeitig mit älteren Kindern in die Schule mitgehen zu dürfen. Nach den ersten regulären Schuljahren des Mädchens wurde der Vater nach Stoob versetzt, und in diesem Töpferdorf empfing es erste Eindrücke, die bis in das spätere Schaffen nachwirkten.

Als Mida Huber elf Jahre alt war, verzog die Familie in das Forsthaus zu Landsee. Wegen des offensichtlichen musikalischen Talents erhielt Mida Huber nach Abschluss der Volksschule in ihrem Dorf privaten Klavierunterricht. Ihre Neigung zum Zeichnen und Malen versuchte die Mutter dadurch ins mehr Praktische umzulenken, dass sie das Mädchen in eine Schnittzeichenschule nach Wien schickte, wo es bei einer Tante wohnte. Dieser Aufenthalt in Wien war es, der Mida Huber ahnen ließ, welche Möglichkeiten der Ausbildung und er Entfaltung diese Kunstmetropole zu bieten hatte. Doch bald hatte sie, so wie die meiste Zeit in der Schule, wieder im großen Haushalt der Eltern mitzuhelfen. Durch Bekannte wurde sie später bei der Gräfin Batthyány in Budapest als Kammerjungfer untergebracht, doch holte die Mutter sie nach einem Jahr wieder zurück in den eigenen Haushalt.

Mida Hubers Bildungsstreben war aber nicht in Alltäglichkeit zu bannen. Sie setzte es durch, in die „Kunstschule für Frauen und Mädchen“ nach Wien gehen zu können, die sie dann ungefähr vier Jahre lang besuchte. Ihre Begabung sicherte ihr einen ständigen Freiplatz, trotzdem musste sie zwischendurch immer wieder heimkehren, um das notwendige Geld zu verdienen. Auch Krankheiten in der Familie wirkten sich als Hemmnis für ihr Weiterkommen aus.

Als Mida Huber 23 Jahre alt war, zog die Familie nach Deutschkreutz, wo sie zehn Jahre lang verblieb. Von dort aus war die Entfernung nach Ödenburg nur gering, und so war es dessen Kunstleben, das Mida Huber nun übermäßig anzog. Zwei Jahre lang wohnte sie in dem berühmten Stornohaus, war aktives Mitglied des Ödenburger Kunstervereins und konnte das früher erworbene Wissen dadurch auswerten, dass sie sich durch Privatstunden in Klavierspiel und Zeichnen ihren Unterhalt verdiente. Nach Deutschkreutz zurückgerufen, wirkte sie auch dort als Privatlehrerin und suchte sich daneben im Selbststudium weiterzubilden. Sie verrichtete damals auch Näh- und Kunstgewerbearbeiten und zeichnete im Auftrag der Landesregierung Trachten, zum Beispiel die Parndorfer Tracht. Besonders hervorzuheben sind die Puppen, die Mida Huber in ihrer charakteristischen Art und Weise gestaltet hat. Sie stellen unverwechselbare Typen dar, manche faszinieren durch den Ausdruck der aufgemalten Augen. Die Trachten, die diese Puppen tragen, entsprechen nicht nur in Material, Schnitt und Ausführung den überlieferten Originalen, bei knapp halber Lebensgröße; sie sind mit großer Sachkenntnis und Gewissenhaftigkeit gearbeitet. Mida Huber hat sich im Auftrag des Landesmuseums auch als Trachtenzeichnerin betätigt.

Der Gesundheitszustand der Eltern hatte sich allmählich verschlechtert, und da die Geschwister mittlerweile das Haus verlassen hatten, verblieb Mida Huber deren Pflege. Nach dem ersten Weltkrieg, als die Familie in Wiesen gelebt hatte, war der Vater schlimmsten Repressalien durch die damaligen Machthaber ausgesetzt gewesen. In Forchtenau verstarben die Eltern. Mida Huber verlor schließlich auch deren Wohnung.

Nur in Landsee fanden sich Menschen, die ihr Zuflucht gewährten. 32 Jahre lang lebte die Künstlerin in diesem abgeschiedenen kleinen Dorf. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatte sie Schlimmes zu erdulden, auch ihr persönliches und ihr künstlerisches Eigentum fielen zu einem großen Teil der Zerstörungswut zum Opfer. 1950 musste sie in ein bescheideneres Haus übersiedeln. Dort verbrachte sie in einfachsten Verhältnissen einsam ihr Alter und ertrug tapfer und geduldig ihre Beschwerden. 1951 kam als literarische Veröffentlichung „Meini Kinda“ heraus (Volksbildungswerk für das Burgenland), 1961 „Wegwarten“ (Österreichischer Bundesverlag; 2. Auflage 1962) und 1965 „Stille Pfade“ (Österreichischer Bundesverlag). Daneben erschienen Proben ihres literarischen Schaffens unter anderem in Anthologien und Zeitschriften und wurden im Rundfunk gesendet. In vielen Wohnungen hängen von ihr geschaffene Bilder, bei verschiedenen Aufführungen wurden die von ihr komponierten Lieder  gesungen.

1952 wurde die Dichterin zur Ehrenbürgerin der Gemeinde Landsee ernannt. 1963 wurde ihr von der Burgenländischen Landesregierung das Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Burgenland verliehen.

Bis ins hohe Alter war ihr die eine oder andere schöpferische Stunde beschieden und hielt sie vielfältige künstlerische und menschliche Kontakte aufrecht. Am 8. Jänner 1974 verstarb sie im 94. Lebensjahr.

 

 
Sehenswürdigkeiten:
Burgruine

Mida Huber Haus

Pauliberg

Steinmuseum

Ranftl - Teich

Pfarrkirche:

Klosterberg

Naturpark Landseer Berge